Erfolgsgeschichten

Vom Neustart zur Beraterin im Welcome Center Stuttgart

Als Julia Longerich 2016 aus Russland nach Deutschland kam, begann für sie ein neuer Lebensabschnitt voller Herausforderungen, aber auch neuer Möglichkeiten.

Deutsch lernte Julia bereits vor ihrer Auswanderung. Sie begann ein Linguistikstudium in Russland und bereitete sich früh auf ihren Neustart vor. Ihren ersten Sprachkurs in Deutschland begann sie direkt auf Niveau C1.

Für Stuttgart entschied sie sich bewusst: Nach einem Sprachkurs holte sie am Abendgymnasium ihr Abitur nach und studierte dann Sozial- und Politikwissenschaften an der Universität Stuttgart.

Während des Studiums lernte Julia bei einer Exkursion das Welcome Center Stuttgart kennen. Später hospitierte sie im Bereich Integrationspolitik bei der Stadt Stuttgart – daraus entwickelte sich schließlich der Einstieg ins Team. Heute arbeitet sie in der Beratung des Welcome Centers und leitet zusätzlich den Welcome Club.

Rückblickend beschreibt sie die ersten Jahre in Deutschland als intensive Zeit, die viel Disziplin, Eigeninitiative und Offenheit verlangt hat.

Man sollte immer die Komfortzone verlassen. Sobald es gemütlich wird, sollte man sich noch einen Schritt weiter trauen. Die ersten paar Jahre in einem neuen Land haben im Allgemeinen wenig mit Komfort zu tun. Aber sehr schnell kann man zurückblicken und vor Stolz fast platzen.

Julia ist dankbar für viele nette Menschen, die sie auf ihrem Weg unterstützt und ihr Mut gemacht haben – unter anderem Personen aus dem Jugendmigrationsdienst oder ihr Nachhilfelehrer.

Vernetzung ist ein super Cheatcode, durch den man direkt an Informationen kommen kann, für die andere einen langen Weg zurückgelegt haben. Deutschland hat mir in kürzester Zeit so viel Unterstützung gegeben, wie mein Heimatland in 19 Jahren nicht ansatzweise.

Wir freuen uns sehr, dass Julia heute Teil des Welcome Centers ist und selbst internationale Fachkräfte mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement unterstützt.

„Ich liebe Stuttgart und seine Menschen, weil sie mir so viel ermöglichen.“

Maria Grazia Puglia kommt aus Neapel in Italien. In Stuttgart hat sie eine neue Heimat und eine Ausbildung als Erzieherin gefunden.

Unterstützung für das Ankommen im Alltag und Beruf bekam Maria Grazia beim Welcome Center Stuttgart und den Partnern seines Netzwerks zur Arbeitsmarktintegration italienischer Zuwanderer. Mit dem Gedanken, in Deutschland zu bleiben, war sie für ein FSJ bei der italienischen Organisation ACLI nach Stuttgart gekommen.

Dem Welcome Center Stuttgart bin ich sehr dankbar: Es hat mich dabei unterstützt, einen passenden Sprachkurs, eine Krankenkasse und eine Bank zu finden.

Bei der Veranstaltung „Vivere e lavorare in Germania/Leben und Arbeiten in Deutschland: Einstieg in den Arbeitsmarkt und Perspektiven mit einer Ausbildung“ für italienische Migrant*innen hat Maria Grazia erfahren, wie viele Möglichkeiten sie in Stuttgart hat. Das hat sie auch dazu motiviert, selbst einen Ausbildungsplatz zu finden – mit Erfolg!

In Stuttgart machte sie zunächst ein Praxisjahr in einem Kindergarten und lernte parallel Deutsch, um dort eine Ausbildung zu beginnen.

Ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe! Für mich bedeutet Stuttgart: Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Viele Dinge darf ich hier ganz neu lernen, nicht nur die deutsche Sprache.

Mit der regionalen Sprechstunde zum beruflichen Neustart

Elena Lugovaya kam 2017 aus Russland nach Deutschland. Schon zuvor hatte sie in der Region Stuttgart studiert, ein Praktikum gemacht und zahlreiche Kontakte geknüpft. Sie sprach gut Deutsch und kannte sich mit der Region aus.

Durch den Newsletter des Welcome Center Stuttgart wurde sie auf die regionale Sprechstunde des Welcome Service Region Stuttgart aufmerksam. Sie informierte sich regelmäßig über Angebote und nahm aktiv an Veranstaltungen teil – etwa zu den Themen „Arbeitssuche in der Region Stuttgart“, „Frauen und Arbeitsmarkt“ oder „Anerkennung ausländischer Abschlüsse“. Nach einer dieser Veranstaltungen vereinbarte sie einen persönlichen Termin mit Naira Shakhsuvaryan. Die Beraterin im Landkreis Esslingen nahm sich viel Zeit, sichtete Elenas Unterlagen sorgfältig und erklärte ihr den Ablauf der Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse.

Kurz darauf meldete sich Naira erneut mit dem Angebot, im Welcome Center Stuttgart zu hospitieren. Die Hospitation erwies sich als entscheidend: Heute arbeitet Elena als Sachbearbeiterin beim Bürgerservice Einwanderung Esslingen. Die regionale Sprechstunde und die anschließende Praxismöglichkeit eröffneten ihr den Weg in den deutschen öffentlichen Dienst.

Der Einstieg war dennoch nicht leicht:

Als Quereinsteigerin im Ausländerrecht war es für mich am Anfang schwierig, alle Zusammenhänge zu verstehen und mit neuen Gesetzen zu arbeiten. Die erste Zeit war stressig, ich musste sehr viel lernen.

Doch durch die Hospitation und hilfreiche Informationsquellen fand sie sich Schritt für Schritt in ihre neue Rolle ein: „Mir hat es geholfen, dass ich bei meiner Hospitation einige rechtliche Grundlagen gelernt und nützliche Webseiten kennengelernt habe, wo ich zusätzliche Infos finden konnte.“

Mit Blick auf ihre Erfahrungen betont Elena: Viele Zugewanderte sind mit dem deutschen Recht nicht vertraut. Deshalb wünscht sie sich von Behörden und Arbeitgebern, dass sie sich zukünftig mehr Zeit nehmen, um Menschen aus dem Ausland verständlich über ihre Rechte und Pflichten zu informieren.

Darüber hinaus hat Elena einen wichtigen Tipp für andere internationale Fachkräfte, die in Deutschland Fuß fassen möchten:

Viele Ausländer, die nach Deutschland kommen, finden leicht eine nationale Community und neigen dazu, sich nur mit Menschen ihrer eigenen Nationalität zu unterhalten. Ich bin davon überzeugt, dass das der falsche Weg ist. So lernt man die deutsche Kultur nicht kennen, was für eine erfolgreiche Integration von großer Bedeutung ist.

Sie empfiehlt, Deutsch zu lernen, auch wenn Englisch für viele Arbeitsbereiche ausreicht. Kostenlose Veranstaltungen, die von Städten, Bibliotheken, Gemeinden und Einrichtungen wie dem Welcome Center Stuttgart angeboten werden, sind eine großartige Möglichkeit, die deutsche Sprache zu üben, neue Kontakte zu knüpfen und sich wertvolle Anregungen für die Integration zu holen.

Viele weitere Erfolgsgeschichten gibt es in den Meet & Eat-Videos von Hi Tech!:

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